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11.07.2008 | Aurillac
Das war die Hölle!
Hallo,

heute war es einfach nur die Hölle! Das war eine der härtesten Tour-Etappen die ich bisher erlebt habe. Es ging gleich von Anfang an höllisch los. Relativ früh sind vier Fahrer weg, die hätte man schön fahren lassen können. Aber nein, Bouygues Telecom wollte unbedingt einen in der Gruppe sitzen haben und hat schön nachgestellt. Das ging dann munter weiter, weil dann auf einmal alle Mannschaften der Meinung waren, dass sie einen vorne drin haben müssten.

Dass man die Gruppe mit David Millar und Jens Voigt nicht ziehen lässt, war von vorneherein klar. Aber deren Angriff hat auch nicht gerade zur Beruhigung der Lage beigetragen. Wir sind dann mit 50 Sachen über so eine Allee entlang gebrettert und jeder guckt nur noch, dass er das Hinterrad des Vordermannes nicht verliert. Auf einmal tut es einen Schlag und Lilian Jegou fliegt rechts aus meinem Augenwinkel raus und knallt voll gegen einen Baum. Da ist man kurz geschockt, muss aber gleich wieder aufpassen, sonst wird man an der Windkante abgehängt.

CSC ist dann gleich auf die Kante gegangen und hat dafür gesorgt, dass viele Fahrer abgehängt wurden. Nach so einem Sturz muss das nicht sein, da kann man auch mal warten. Also ging das Gehetze weiter. Erst am ersten Berg der zweiten Kategorie waren wir wieder dran. Am Pas de Peyrol wurde es dann richtig ekelhaft, da stand der Nebel am Berg, das war wie in einer Waschküche. In der Abfahrt hat man dann natürlich auch nichts gesehen.

Am letzten Berg habe ich dann noch mal probiert meinen Zimmernachbarn Markus Fothen vorne reinzufahren und dann habe ich ein paar Gänge rausgenommen und bin mit ein paar Minuten Rückstand ins Ziel gerollt. Schade, dass es für Schumi (Stefan Schumacher) nicht gereicht hat, aber die Übermacht von Caisse d'Epargne war einfach zu groß. Aber das war eine richtige Trotzreaktion und ein zweiter Platz ist ja auch aller Ehren wert.

Nach der Etappe sind wir dann schnell ins Hotel. Zusammen mit Markus, Ronny Scholz und Seppel Lang bin ich gleich aufs Zimmer von unserem Masseur gegangen, wo immer Müsli und lauter Zeug für uns bereit steht. Wir haben dann erstmal ordentlich reingehauen, bis wir ein paar Minuten später in schallendes Gelächter ausgebrochen sind. Keiner von uns hat sich die Mühe gemacht überhaupt den Helm oder sonst was ausziehen. Wir saßen da wie frisch geschlachtet und haben uns mit Essen vollgestopft. Das war echte Situationskomik!

Morgen wünsche ich mir eine etwas ruhigere Etappe, aber bei der Tour weiß man nie so genau. Das dürfte heute allen richtig wehgetan haben, insofern könnte man denken, dass morgen alle ein bisschen piano machen und wir am Ende einen schönen Massensprint haben. Aber es gibt auch Leute die denken, wenn das allen so doll wehtat, dann attackiere ich doch morgen gleich richtig. Wir werden es sehen...

Bis morgen,

Euer Fabian